Agaporniden & Sperlingspapageien

Rußköpfchen Agapornis nigrigenis

Steckbrief Rußköpfchen Verfasser: Eckhard Lietzow
Agapornis nigrigenis
Engl.: Black-cheeked Lovebird

Heimat

Zwei getrennte Populationen im südwestlichen Sambia. Noch getrennt vom Verbreitungsgebiet der Erdbeerköpfchen.


Beschreibung

Erstbeschreibung durch SCLATER als Agapornis nigrigenis, 1906.
Größe 14 cm, Gewicht 38 bis 47 g.
Details zur Gefiederbeschreibung sollen hier nicht vorgenommen werden, die Fotos dürften reichen. Weitere Einzelheiten s. Anhang.


Lebensraum

Akazien, Mopane und Baobab prägen die Landschaft im Verbreitungsgebiet der Rußköpfchen, das sich entlang einiger kleiner Flüsse erstreckt, die während der Trockenzeit kaum noch Wasser führen. Das dünn besiedelte Gebiet liegt auf einer Höhe zwischen 900 und 1.000 m ü. NN.. Rußköpfchen fallen auch in die kleinen Getreidefelder der Einheimischen ein und werden dort verständlicherweise vertrieben.
An einer kleinen Wasserpfütze, die im Nanzhila-River verblieben ist, sammeln sich in den Morgenund Abendstunden mehrere Hundert Rußköpfchen um ihren Durst zu stillen. Es handelt sich hier um die nordöstliche Population im Kafue Nationalpark.

Status

Aufgrund von Massenfängen Anfang vorigen Jahrhunderts und der fortschreitenden Trockenheit in der Region ist der Bestand auf weniger als 10.000 Rußköpfchen geschrumpft. Eine weitere gefährliche Situation ist die Tatsache, dass bei einigen Vögeln die Schnabel- und Federkrankheit PBFD festgestellt wurde.


Haltung

Russkoepfchen-6 Ein Jahr nach der Erstbeschreibung wurden 1907 die ersten Rußköpfchen eingeführt und es dauerte nur ein weiteres Jahr, bis die Erstzucht gemeldet wurde. Die Vögel sind problemlos im Schwarm zu halten und auch zu vermehren, wenn die
Voliere groß genug ist und ausreichend Nistmöglichkeiten zur Verfügung stehen. In Kleinvolieren von 160 x 120 x 70 cm sind durchaus zwei Paare zu halten und zur Brut zu bringen. Auf jeden Fall sollte die Unterbringung so gestaltet werden, dass die Vögel die Möglichkeit zum Fliegen haben und nicht nur von Sitzstange zu Sitzstange springen.

Ernährung

Als Grundernährung kommt eine Saatenmischung zur Anwendung. Die Vögel bevorzugen zwar die großkörnigen Saaten, doch sollte darauf geachtet werden, dass die stark fetthaltigen Komponenten (z.B. Sonnenblumenkerne) nicht überwiegen. Feinkörnige Mischungen erfordern mehr Arbeit von den Vögeln und sollten besonders bei Haltung in reizarmen Boxen berücksichtigt werden. Auch Kolbenhirse erfordert diese Mehrarbeit und entspricht in der Darreichung eher der Nahrungsbeschaffung im Freiland.
Keimfutter ist bei allen Agaporniden sehr begehrt und sollte zumindest während der Zuchtperiode angeboten werden. Auf eine detaillierte Beschreibung des Ansatzes soll hier verzichtet werden, er kann nachgelesen werden unter: www.lietzow-naturfotografie.de
Hier erfolgt auch eine Beschreibung weiterer Futtermittel.

Zucht

Rußköpfchen gehören zu den Agapornisarten, die sich recht einfach vermehren lassen, das hatte bereits der  „Altmeister“ der Agapornidenhaltung, Helmut Hampe, im vorigen Jahrhundert erkannt.

Brutdaten:

4 bis 5 (7) Eier
Mittlere Größe etwa 22,2×17,4 mm
Brutdauer 21 bis 22 Tage
Nestlingszeit 35 bis 38 Tage

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Das erste lachsfarbene Dunenkleid ist 3 bis 5 mm lang und bedeckt die fleischfarbene Haut nur spärlich. Im Alter von drei Wochen ist schon klar zu erkennen, dass es sich um ein Rußköpfchen handelt. Rußköpfchen werden, je nach Ernährungsstand, im Alter von 9 bis 12 Tagen mit einem 4,0 mm Ring gekennzeichnet. Wenn die Jungen im Alter von gut 5 Wochen ausfliegen, sollten sie mindestens noch drei Wochen bei den Eltern bleiben, was oftmals nicht einfach ist, da bereits ein weiteres Gelege im Nistkasten liegt.


Anhang / Literatur

Renate und Jörg Ehlenbröker / Eckhard Lietzow: Agaporniden und Sperlingspapageien, Verlag
Eugen Ulmer, 2010, ISBN 978-3-8001-5431-9
AZ-Standard für die Gefiederbeschreibung
Die gesamte Publikation ist urheberrechtlich geschützt! © Eckhard Lietzow
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