Agaporniden & Sperlingspapageien

Erdbeerköpfchen Agapornis lilianae

Steckbrief  Verfasser: Eckhard Lietzow

Agapornis lilianae
Engl.: Lilian ́s Lovebird

Heimat:

Entlang des Sambesi und Luangwa in Sambia, Mosambik, Simbabwe und Malawi, getrennt vom Rußköpfchen.


Beschreibung

Erstbeschreibung durch SHELLEY als Agapornis lilianae, 1894.
Größe 14 cm, Gewicht 35 bis 43 g.
Details zur Gefiederbeschreibung sollen hier nicht vorgenommen werden, die Fotos dürften reichen. Weitere Einzelheiten s. Anhang.


Lebensraum

Der Lebensraum der Erdbeerköpfchen gleicht dem der Rußköpfchen, abgesehen davon, dass die Flüsse, an denen die Vögel vorwiegend anzutreffen sind, mehr Wasser führen. Mopanewälder durchsetzt mit Akazien, Palmen und verschiedenen Feigen- und Mangobäumen prägen das Landschaftsbild.
Zum Ende der Trockenzeit führen die Flüsse immer noch etwas Wasser. Das Leben spielt sich dann fast ausschließlich in Flussnähe ab, was auch für andere Arten gilt. Erdbeerköpfchen konnte ich am Luangwa (rechtes Bild) in Schwarmgrößen von bis zu 30 Vögeln beobachten.

Status

Die Bestände des Erdbeerköpfchens sind aufgrund saisonaler Wanderungen schwer einzuschätzen. Es wird allerding von weniger als 50.000 Vögeln ausgegangen. Die Population in Malawi wird als bedroht eingestuft.


Haltung

Nach der Erstbeschreibung dauerte es erstaunlich lange, bis 1926 die ersten Erdbeerköpfchen nach Deutschland eingeführt und auch nachgezogen wurden. Mit der Zucht beschäftigte man sich dann aber kaum und so waren die Vögel in den 1950er Jahren fast wieder aus den Volieren verschwunden. Trotz einiger Einfuhren um 1960 wurde weiter versucht, durch Einkreuzung von Pfirsichköpfchen die Bestände zu vergrößern. Mischlinge sind teilweise nicht sofort zu erkennen. Abgesehen von der größeren, kompakteren Figur deutet eine Blaufärbung im Bürzelbereich auf Bastarde hin. Ähnlich wie Rußköpfchen können auch Erdbeerköpfchen gut im Schwarm gehalten werden. Bei Haltung in Außen- und Innenvolieren soll der Innenraum zumindest zwischen November und April aufgesucht werden können.
Bei paarweiser Haltung in geräumigen Flugboxen werden sich unter kontrollierten Bedingungen jedoch größere Zuchterfolge einstellen.

Ernährung

Die Ansprüche der Erdbeerköpfchen an die Ernährung decken sich nahezu mit denen der Rußköpfchen. Wie bei vielen Agapornisarten sollten bevorzugt kleine Sämereien angeboten werden. Besonders beliebt sind Gräser aller Art, möglichst im Stadium der Milchreife. Es soll hier besonders darauf hingewiesen werden, dass diese nicht an Stellen gesammelt werden, die mit Schadstoffen (besonders Spritzmitteln) belastet sind. Ebenso begehrt sind etwa die Früchte der Eberesche, besser bekannt als Vogelbeere.


Zucht

Erdbeerköpfchen unterliegen derzeit noch der Kennzeichnungs- und Meldepflicht nach §7 der Bundesartenschutzverordnung. Die speziellen geschlossenen 4,0 mm-Ringe sind über die Zuchtverbände oder beim „Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF)“ zu beziehen.

Erdbeerkoepfchen (9)

Brutdaten

4 bis 6 Eier
Mittlere Größe etwa 21,5 x 16,8 mm
Brutdauer 21 bis 22 Tage
Nestlingszeit 35 bis 38 Tage


Anhang / Literatur

Renate und Jörg Ehlenbröker / Eckhard Lietzow: Agaporniden und Sperlingspapageien, Verlag
Eugen Ulmer, 2010, ISBN 978-3-8001-5431-9
AZ-Standard für die Gefiederbeschreibung
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