Agaporniden & Sperlingspapageien

Bergpapagei Agapornis taranta

Steckbrief Verfasser: Eckhard Lietzow

Steckbrief Tarantapapagei

Verfasser: Eckhard Lietzow

Heimat

Hochland von Äthiopien bis ins südliche Eritrea.


Beschreibung

Erstbeschreibung durch STANLEY als Psittacus taranta, 1814
Größe gut 16 cm, Gewicht 50 bis 65 g.
Details zur Gefiederbeschreibung sollen hier nicht vorgenommen werden, die Fotos dürften
reichen. Weitere Einzelheiten s. Anhang.


Lebensraum

Bedingt durch starke Abholzung der Wälder verbleiben nur noch inselartige Baumbestände, vorwiegend mit Schirmakazien, Wacholder und Affenbrotbäumen durchsetzt. Der Tarantapapagei hat es im Laufe der Jahrzehnte verstanden, sich dieser Situation anzupassen und kommt heute auch in Städten und Dörfern vor. Hier haben die Vögel, da sie nicht bejagt werden, eine relativ geringe Fluchtdistanz. Bevorzugt werden Höhenlagen zwischen 1.500 und 3.000 m ü. NN.

Status

In geeigneten Habitaten sind die Vögel durchaus noch häufig anzutreffen.


Haltung

Erst 1906 erreichten Tarantapapageien Deutschland, bis zur Erstzucht dauerte es dann noch bis 1923. Wie damals üblich, machte man sich wenig Mühe, die Vögel zu vermehren, da sie noch regelmäßig eingeführt wurden. Seit mehr als 20 Jahren gibt es keine Importe mehr aus Äthiopien.
Tarantapapageien sind bevorzugt paarweise unterzubringen. In größeren Volieren kann man die Haltung mehrerer Paare versuchen. Jungvögel können in einer Voliere ohne Nistmöglichkeiten bis weit über die Geschlechtsreife vergesellschaftet werden.
Auf dem Bild handelt es sich um Junge im Alter zwischen 3 und 4 Monaten. Tarantapapageien sind relativ ruhige Agaporniden, eine Haltung in Zimmervolieren bereitet keine Probleme. Obwohl es in ihrer ursprünglichen Heimat nachts recht kalt werden kann, sollte man bei einer Haltung in der Freivoliere mit Rücksicht auf das Wohlbefinden der Vögel eine frostfreie Überwinterung anstreben.

Ernährung

Tarantapapageien zählen zu den am problemlosesten zu ernährenden Agaporniden. Zusätzlich zu dem üblichen Agapornidenfutter sollten zwingend Beeren (besonders Wacholderbeeren) und verschiedenes Grünfutter gereicht werden.
Im Freiland werden verschiedene Samen, Beeren und Blätter aufgenommen, doch auch Kulturplanzen werden zum Leidwesen der Bauern nicht verschmäht.
Grünfutter wird von allen Vögeln gern genommen, egal ob es verschiedene Gräser oder Pflanzen sind. Löwenzahn ist über mehrere Monate im Jahr vorhanden. Vogelbeeren (Früchte der Eberesche) sind ebenfalls über einen größeren Zeitraum zu ernten, oder die im Bild dargestellten Hundsrosen. Der gut sortierte Futtermittelhandel hält einige Beeren in getrockneter Form zur Verfügung, wie etwa Vogelbeeren oder Wacholderbeeren.

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Zucht

Brutdaten

4 bis 5 Eier
Mittlere Größe etwa 23,0 x 17,6 mm
Brutdauer 24 bis 25 Tage
Nestlingszeit 46 bis 49 Tage.

Bis in die 1970er Jahre galten Tarantapapageien noch als nicht einfach züchtbar. Das hat sich mittlerweile gründlich geändert, auch sind heute zwei Jahresbruten die Regel. Das Weibchen trägt meist nur recht wenig Nistmaterial in den Kasten. Im Gegensatz zu den “Augenringarten” werden die kleinen Rindenstücke ins Gefieder gesteckt und so eingetragen. Frisch geschlüpfte Tarantapapageien zeigen einen spärlichen weißen Flaum auf lachsfarbener Haut. Im Alter von 12 bis 14 Tagen öffnen sich die Augen und die Beringung mit 4,5 mm-Ringen sollte vorgenommen werden. Tarantapapagei-12
Eine knappe Woche später brechen die ersten grünen Federchen aus den Schäften (s. rechts). Erst im Alter von etwa 35 Tagen ist von einer vollen Befiederung zu sprechen und weitere 10 bis 12 Tage dauert es, bis die Jungen ausfliegen. Sie sollten möglichst lange bei den Eltern verbleiben.

Anhang / Literatur

Renate und Jörg Ehlenbröker / Eckhard Lietzow: Agaporniden und Sperlingspapageien, Verlag
Eugen Ulmer, 2010, ISBN 978-3-8001-5431-9
AZ-Standard für die Gefiederbeschreibung
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